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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Aktuelles Aktuelles


» Termine unserer Auktionen im Frühjahr 2012.

» Do., 31.05., 10:00 Druckgraphik des 15.–19. Jhdts.
» Fr., 01.06., 10:00 Gemälde
» Fr., 01.06., 15:00 Zeichnungen des 15.–19. Jhdts.
» Sa., 02.06., 10:00 Moderne Kunst (Teil II)
» Sa., 02.06., 15:00 Moderne Kunst (Teil I)

» Mi., 06.06., 15:00 Photograpie und Photoliteratur


In Nachverkauf: Kataloge der 99. Auktion unserer Abteilung für Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen

» Mi., 18.04., 10:00 Dekorative Graphik
» Mi., 18.04., 14:00 Geschichte, Geographie und Reisen
» Mi., 18.04., 17:00 Sonderkatalog Inkunabeln

» Do., 19.04., 10:00 Wertvolle Bücher
» Do., 19.04., 15:00 Literatur und Buchillustration 17.-19. Jh.

» Fr., 20.04., 11:00 Autographen
» Fr., 20.04., 15:00 Sonderkatalog Emil Rudolf Weiß
» Fr., 20.04., 17:00 Historische Plakate 1880-1980

» Sa., 21.04., 10:00 Moderne Literatur


Vorbericht zur 99. Kunstauktion


Druckgraphik Die Abteilung Druckgraphik des 17. bis 19. Jahrhunderts bietet mit Nicolas Plattenbergs prachtvollen und tiefschwarzem Kupferstich, der ein markantes Memento-Mori-Motiv wiedergibt, ein gesuchtes Rarissimum (Los 5179). Plattenberg, genannt Plattemontagne, fertigte das eindringliche, an den Tod gemahnende Stilleben mit Rose, Uhr und Totenschädel nach einem Gemälde Philipp de Champaignes, in dessen Werkstatt er viele Jahre tätig war.
Des Weiteren kommen zwei prominente und frühe Abzüge der Radierungen Rembrandts zur Geschichte Abrahams (Los 5184 und 5185) zum Aufruf. „Abraham, die Engel bewirtend“ war schon zu Lebzeiten Rembrandts ein großer Verkaufserfolg und geht auf eine indische Miniatur zurück.
Das mit 17 Blatt nahezu vollständige druckgraphische Oeuvre Wilhelm Leibls – die meisten Abzüge in frühen Zuständen – wird als einheitliche und schön erhaltene Sammlung nicht nur die Bewunderer von Leibls Talenten auf dem Gebiet der Radierung bezaubern (5445).

Gemälde & Zeichnungen Der Bereich der Gemälde Alte Meister kann mit zwei Sensationen aufwarten:
Eine atmosphärische, idyllische Waldlandschaft mit badenden Nymphen von Jan Lievens (6036) taucht nach über 300 Jahren wieder auf. Zuerst im Inventar der Witwe Gerrit Cloppenburghs von 1704 erwähnt, von Abraham Bredius 1915 in seinen Künstler-Inventaren und im Catalogue Raisonné von Echneider und Ekkart lediglich übernommen, blieb das Gemälde, die letzten Jahrzehnte in rheinischem Privatbesitz verweilend, bislang unentdeckt. Nur wenige, von flämischen wie venezianischen Einflüssen geprägte Waldlandschaften Lievens sind bekannt.

Der betont reizvollen jugendlichen Schönheit von Potiphars Weib kann sich Joseph in dem Ölgemälde von Christiaen van Couwenbergh standhaft widersetzen. Die großformatige, im Jahre 1626 datierte und monogrammierte Komposition zählt zu den frühesten bekannten Werken des in Delft geborenen Künstlers und war seit etwa 80 Jahren nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen (6027). Van Couwenbergh, der Rom wohl nie gesehen hat, hielt sich vermutlich in den Jahren 1622 bis 1624 im Umkreis von Gerrit van Honthorst und Dirck van Baburen in Utrecht, dem Zentrum des holländischen Caravaggismus, auf. In dem kurz danach entstandenen Gemälde adaptiert van Couwenbergh caravaggeske Stilelemente, wie das Chiaroscuro und die sensuelle Stofflichkeit, wenngleich er sie auf seine Art weiter entwickelt.

Eine Folge mit Darstellungen der 7 Sakramente des Venezianers Pietro Antonio Novelli führt das umfangreiche Angebot an Zeichnungen Alter Meister an. Die mit reizvollen Lichteffekten aufwartenden Federzeichnungen wurden von dem Karmeliterpater Ghendini in Auftrag gegeben, der mit Novelli einen der bedeutendsten Venezianischen Künstler der Zeit für diese Arbeit gewählt hatte (Los 6340).

 


Ebenfalls in Venedig schuf Martin Preyss fast 200 Jahre zuvor eine vielfigurige und in brauner Feder gehaltene Vorlagenzeichnung für seinen großformatigen Kupferstich mit der Hochzeit zu Kanaa nach einem Fresco Andrea Michielis (6253). Weitere Highlights sind eine Landschaft von Salvator Rosa (6260), sowie eine die Seemacht Frankreichs verherrlichende, um 1770 entstandene Darstellung des Hafens von Marseille und das „Meditation“ betitelte Aquarell Lèon Spillaerts, welches als Illustration für das altflämische Mirakelspiel „Das Mariechen von Nymwegen“ entstand (6469).

Moderne Kunst Unter den Hauptlosen unserer kommenden Auktion Moderne Kunst sticht ein Landschaftsaquarell von Fernand Léger aus dem Jahre 1921 heraus. Die hügelige Landschaft mit zwei gewundenen Bäumen und strahlend blauem Himmel zählt zu den äußerst seltenen Bildmotiven Légers (8271). Mitten in den Kriegswirren 1943 entstand Karl Hofers bedeutendes Gemälde „Mädchen mit grüner Fahne“ (8194). Aus dem Jahr 1954 stammt Fritz Winters herausragende Komposition mit exzellenter Provenienz: Annely Juda Fine Art präsentierte das Werk 1972 im Rahmen ihrer Ausstellungsreihe „The Non-Objective World“ (8447).

Die zeitgenössische Kunst ist prominent vertreten mit einer frühen großformatigen Mischtechnik auf Papier von Neo Rauch. Die „Saul Ascher“ betitelte Arbeit entstand 1991 anlässlich der Ausstellung „Harzreise“ in der Leipziger Galerie Am Kraftwerk (8381).

Den deutschen Expressionismus repräsentieren unter anderem Lyonel Feininger, George Grosz und Emil Nolde mit Arbeiten auf Papier (8128, 8158, 8319). Entdecken kann der Interessierte auch bedeutende Arbeiten weniger bekannter Künstler aus dem beginnenden 20. Jahrhundert, so zum Beispiel die berührende und kunsthistorisch bedeutende sozialkritische Darstellung „Die Obdachlosen“ von Willibald Krain (8262), zwei großformatige furiose Farbmonotypien von Moriz Melzer (8298, 8301), sowie ausdrucksstarke Arbeiten von Fritz Huhnen, Hans Jüchser, Paul Kleinschmidt, Bernhard Kretzschmar und Eberhard Viegener, um nur einige wenige zu nennen.

Im Bereich der Druckgraphik bietet der Katalog erneut besonders viele Höhepunkte mit Werken von Willi Baumeister, Max Beckmann, Marc Chagall, Max Ernst, eine Sammlung Radierungen Fautriers, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Käthe Kollwitz, Joan Miró, Pablo Picasso, Serge Poliakoff und Karl Schmidt-Rottluff.

Skulpturen von Waldemar Grzimek, Bernhard Hoetger, Wilhelm Lehmbruck, Reneé Sintenis und Wolf Vostell runden das Angebot ab.


» Highlights



Vorbericht zur Photographie-Auktion


Fotografie-Katalog Das Erscheinungsbild des aktuellen Fotografie-Katalogs ist durch die Trennung der Zeitgenössischen Fotografie von der des 20. Jahrhunderts jetzt deutlicher und klarer gegliedert als zuvor. Beginnend, wie üblich, in der Mitte des 19. Jahrhunderts, muss an erster Stelle ein sehr seltenes CDV-Porträt von Louis J.M.Daguerre (Los 4019) genannt werden, welches um 1850 in Paris von Mayer & Pierson reproduziert und vertrieben wurde. Sogleich danach wird ein Album (4020) eines dt. Kolonial-Offiziers aufgerufen, mit eindringlichen Fotografien, die auf den Genozid an den Hereros Bezug nehmen. Unter den frühen Bildern des Nahen Ostens und der arabischen Welt besonders herausragend, ein um 1870 entstandenes Jerusalem-Panorama (4049), wie auch ein aus der frühen Arbeitsgemeinschaft zwischen Robertson & Beato in Ägypten hervorgegangenes schönes Salzpapierfoto vom Grabmal des Sultans az-Zahir Qansuh (4067). Neben vielen exotischen Expeditions-Souveniers aus China, Japan, Samoa, Neuseeland, Indonesien etc. findet diese Abteilung ihren Abschluss in ungewöhnlichen Eingeborenen-Porträts (4081) aus dem Studio von Woodbury & Page in Batavia.

Das 20. Jahrhundert besticht vor allem durch die experimentelle und formale Vielfalt des hier angebotenen Bild-Materials. Die Zahl der in diesem Jhd. aktiven Fotografen ist enorm. Gleichwohl sind nicht wenige ihrer Bilder oft in nur zwei, drei oder vier Exemplaren auf uns gekommen oder vielleicht sogar, wegen der Kriegsverluste, Unikate. So sind z.B. die Set-Fotografien von Hans Casparius (4110) zur Verfilmung der Dreigroschenoper von 1930/31 noch nie im Original zu sehen gewesen und die meisten gänzlich unbekannt.

 


Für die privaten Fotoalben von 1939 mit seltenen Aufnahmen aus polnischen Ghettos (4329), (4330), (4366) gilt das sowieso. Auch die Fotocollage zu einem sowjetischen Propaganda-Plakat von M. Dlugach (4128) ist einzigartig und zugleich ein hochrangiges kulturgeschichtliches Dokument. Ganz besondere Beachtung verdienen Nelly's Öl-Pigment-Drucke von Aufnahmen griechischer Flüchtlinge (4260) u. (4261), von denen nur ein Motiv (4259) in der Literatur bekannt ist. Ohnehin finden die Liebhaber der Künstlerfotografie wieder eine reiche Auswahl im Katalog, so z.B. Porträt-Aufnahmen von M. Bourke-White (4103), A.Fischer (4147), Lewis W.Hine (4176), E. Kesting (4201), A. Sander (4285-92), A. Leibovitz (4391), R. Mapplethorpe (4393-95) u.v.a. Zu welchen Leistungen die Sach- und Werbefotografie in den 1920/30er Jahren im Stande war, zeigen Emil Leitners Inszenierungen moderner Stahlmöbel (4248 ff), nach den Entwürfen von Eckart Muthesius für den Maharaja von Indore.

Zur gleichen Kategorie, aber etwas später entstanden, gehören die schönen Aufnahmen von A. Renger-Patzsch (4270), (4271), wie auch J. Shulmans berühmte Ansicht des Case Study House in Los Angeles (4410).

Der Katalog schließt mit einer Anzahl von ca. 40 hochwertigen Fotobüchern, wie etwa Man Ray, La Photographie n'est pas L'Art (4444), Harry Callahan, Photographs (4430), Edward Weston, Walt Whitman's Leaves of Grass (4460) u.v.a.m.


» Highlights



Nachbericht zur 99. Buchauktion


Wertvolle Bücher Dekorative Graphik und die Abteilung Geographie und Geschichte gehören zu den klassischen Gebieten unserer „Bibliothek auf Zeit“, in der Sammler und Liebhaber, Bibliotheken und Institute zahlreiche seltene Titel fanden. Höhepunkte der Varia-Auktion waren sicherlich die zahlreichen asiatischen Blockbücher, von denen allein das Los 977 von 180 auf 3.000 Euro stieg. Medizin, Naturwissenschaften, Tier- und Pflanzenbücher erfreuten sich allgemeinen Interesses und führten zu Preisen, die sowohl Einlieferer wie Käufer jubeln ließen. Es seien nur die Annalen des Wiener Museums der Naturgeschichte von 1836-1840 erwähnt, die von der moderaten Ansetzung mit 600 Euro dann ein Ergebnis von 2.800 Euro verzeichneten.

Incunabula Der wertvollste Einband der Auktion stammt von Louis Hagué (735): für Quintilians 1542 in Paris erschienene Rhetorik ist kaum ein schöneres Kleid denkbar. Der Band fand einen neuen Besitzer für 5.000 Euro. Hartmann Schedels berühmtes Buch der Chroniken unnd geschichten mit figuren und pildnussen in der Augsburger Ausgabe von Johann Schönsperger, gedruckt am 18. IX. 1496 wurde für 40.000 Euro zugeschlagen. Eine Überraschung bildeten die beiden zeitgenössichen, prachtvoll gebundenen und mit spätmittelalterlicher Rubrikation und Illumination in Gold und Farben ausgestatteten Pantheologie, einer Götterlehre des Rainerius de Pisis, die Günther Zainer 1474 in Augsburg druckte (627). Auch der Sammelband aus dem Besitz des Wiener Humanisten Ambrosius Saltzer mit Drucken über die aristotelische Naturwissenschaft und Metaphysik erzielte mit 9.500 Euro fast das dreifache des Limitpreises (657).

Wertvolle Bücher Die 313 Positionen umfassende Autographen-Abteilung gehörte zu den Höhepunkten der 99. Auktion wertvoller Bücher, Autographen und Dekorativer Graphik. Die naturgemäß stetig voranschreitende Verknappung des Angebots an wertvollen Briefen und Manuskripten auf dem Antiquariatsmarkt bewirkte diesmal ein besonders reges Interesse der Bieter aus dem In- und Ausland. „Ober-Dadas“ Johannes Baader, die mit 750 Euro geschätzt waren, für 4.400 Euro zugeschlagen (1802). Eine besondere Seltenheit, die Unterschrift des großen Barockschriftstellers Jakob Christoph von Grimmelshausen auf einer Quittung von 1655 erzielte 12.000 Euro (1821). Das eigenhändige Manuskript von Hans Falladas Roman „Heute bei uns zuhaus“ ging für den Ausrufpreis von 20000 Euro an einen Privatsammler (1813) und ein bisher unbekannter Brief Franz Kafkas an Robert Musil wurden von geschätzten 20.000 auf 47.000 Euro gesteigert – ein neuer „Rekord“-Preis für einen kurzen Brief Kafkas.

 


Moderne Literatur In der „Moderne“ vereinen sich so unterschiedliche Künstler wie Dalí (2347 und 2349), Chagall (2304ff.), Grieshaber (2447), Kirchner (2586), Miró (2771ff.) und Schlotter (2929) zu einer Galerie des abwechslungsreichen Geschmacks. Besonders hervorzuheben: die Reihe mit Illustrationswerken von Pablo Picasso (2840ff.), eine größere Abteilung mit Büchern des Malik-Verlags (2660), das komplette Exemplar der Verve-Bände (3029) und die Sammlung zur russischen Avantgarde (3083), von Chlebnikov über Majakowski bis Zelinskij. Zu Spitzenlosen gerieten dann die Biblia sacra des Salvador Dalí mit einem Zuschlag von Euro 12.000 und die Revue artistique et littéraire Verve mit 8.500 Euro, aber auch Eugène Montforts La belle-enfant ou l'amour (2375), die vom Limit 15.000 auf 18.500 gesteigert wurde.

Emil Rudolf Weiß Für sich betrachtet war der Sonderkatalog zum Werk des Buchgestalters Emil Rudolf Weiß (1875-1942) einer der größten Erfolge der Auktion. Die Mehrzahl der angebotenen Bücher, Gemälde, Skizzen, Zeichnungen, Graphiken ist verkauft – und das zu meist hoch über dem Limit liegenden Preisen. Das Ölgemälde mit dem Porträt der jugendlichen Geliebten und späteren Ehefrau Renée Sintenis (3308) wechselte für 4.800 Euro, der entzückende Sitzende Akt auf blauem Tuch (3351) für 4.700 den Besitzer. Die Luxusausgabe der Drei Monate in Spanien (3322) steigerten mehrere Bieter auf 2.400 Euro. Die Originalzeichnungen und Skizzenbüche des Universalgenies erbrachten zusammen über 4.500 Euro (Lose 3486-3492).

Historische Plakate “I WANT YOU“, die Aufforderung Uncle Sams an den jungen Rekruten galt im übertragenen Sinne hier als „Encouragement to bid“, als Bietaufforderung der Auktion „Historische Plakate“ (1880-1980), die sich bei dem berühmten Plakat des James Montgomery Flagg auch sofort realisierte (3693). Auch die Figur der Commedia dell'Arte, Leonetto Capiellos in der Orangenschale tänzelnder Bajazzo lud zu Bietergefechten um das Originalplakat der Firma Davide Campari ein (3803). Doch einige besonders hübsche, wertvolle Plakate sind immer noch im Nachverkauf zu haben!



Im Nachverkauf: Buch-Auktionen 18.-21. April




 
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Erdener Str. 5a
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Rankestr. 24
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